Ökumenischer Gedenkgottesdienst zum Holocaustgedenktag: Wenn junge Stimmen nach Gerechtigkeit fragen

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Seit mehreren Jahren gehört er fest zum Duisburger Gedenkkalender: Rund um den internationalen Holocaustgedenktag am 27. Januar laden Kirchen und Organisationen gemeinsam zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Salvatorkirche ein. In diesem Jahr findet das Gedenken am Sonntag, 25. Januar 2025, um 16 Uhr statt. Im Mittelpunkt stehen erneut die Opfer des Nationalsozialismus und die Erinnerung an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz vor 81 Jahren. Eine besondere Rolle übernehmen dabei Schülerinnen und Schüler des Landfermann-Gymnasiums, das als zertifizierte „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ seit vielen Jahren fester Bestandteil des Gedenkens ist.
Diesmal gestalten Jugendliche des 9. Jahrgangs den Gottesdienst inhaltlich mit. Sie setzen sich mit dem Prozess gegen den NS-Täter Johannes Kühnemann auseinander, dem mehrfacher Mord in Auschwitz zur Last gelegt wurde. In einer szenischen Gerichtsverhandlung – mit Richter, Anklage, Verteidigung und Zeuginnen – nähern sich die Schülerinnen und Schüler einer ebenso anspruchsvollen wie unbequemen Frage: „Wie hätte ich Recht gesprochen?“ Zugleich werfen sie einen sensiblen Blick auf die Perspektive der Opfer und Zeuginnen, die solche Prozesse erleben mussten. Die Predigt greift diese Gedanken auf und fragt nach Gerechtigkeit, Verantwortung und der Möglichkeit von Wiedergutmachung – Themen, die auch 81 Jahre nach Auschwitz nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Am Gottesdienst wirken unter anderem Stadtdechant Pfarrer Andreas Brocke (Katholische Kirche), Pfarrer Martin Winterberg (Salvatorkirche) sowie Pfarrerin Sarah Süselbeck, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Duisburg–Mülheim–Oberhausen, mit. Pfarrerin Süselbeck würdigt das Engagement der Jugendlichen: „Ich bin sehr beeindruckt von der Bereitschaft, diesen Gottesdienst jedes Jahr mitzugestalten. Und ich bin dankbar, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Perspektive einbringen und sich kritisch mit dieser Zeit auseinandersetzen.“
Zu dem Gedenkgottesdienst laden herzlich ein: die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Duisburg–Mülheim–Oberhausen e.V., der Evangelische Kirchenkreis Duisburg, die Katholische Stadtkirche Duisburg, das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage in Duisburg sowie die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung Duisburg. Ein Gottesdienst, der Erinnerung lebendig hält – und der zeigt, dass Fragen nach Recht, Verantwortung und Menschlichkeit gerade dann wichtig sind, wenn sie von jungen Stimmen gestellt werden.




