Kommunalwahl 2025 in Duisburg: Link gegen Rechts
Zwar war am Sonntag Morgen ein Einbruch in ein Briefwahlzentrum gemeldet worden, allerdings waren die Briefwahlstimmen zu diesem Zeitpunkt noch ins Wahllokal unterwegs. So konnte Martin Murrack um 18:00 Uhr im Rathaus verkünden, dass die Wahl in Duisburg störungsfrei vonstatten gegangen war. Erfreulich: Der Anstieg der Wahlbeteiligung – 48,33 Prozent bei der Ratswahl und 48,36 Prozent bei der OB-Wahl. Der Trend der letzten Jahre setzte sich damit fort.
Zahlen, Daten, Fakten
Ebenfalls ein sich fortsetzender Trend: Die sinkende Zustimmung bei der OB-Wahl für Sören Link. Mit knapp 46,- Prozent verfehlt er die absolute Mehrheit und wird in der Stichwahl gegen Carsten Groß von der AfD antreten müssen. Zum ersten Mal in der Geschichte ist damit ein AfD-Kandidat in der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt. Zudem ist das Ergebnis kein Grund zum Jubeln für den SPD-Politiker: Zwar musste er 2012 ebenfalls in die Stichwahl, allerdings waren es damals 48,3 Prozent. 2017 gelang ihm der Sieg im ersten Wahlgang mit 56,88 Prozent.
Die SPD bleibt im Rat der Stadt Duisburg die stärkste Kraft. Sie konnte sich mit 33 Prozent behaupten und sogar leicht zulegen. (2020: 30,8 Prozent.) Deutliche Verluste mussten CDU und die Grünen hinnehmen: Die CDU fiel auf 17,9 Prozent, die Grünen konnten nur noch 9,11 Prozent für sich verbuchen. Gewinner des Abends: Die AfD. Erzielte sie 2020 noch 9,3 Prozent, werden sie im Rat zur zweitstärksten Fraktion mit 21, 17 Prozent. DIE LINKE hielt sich auf dem Niveau von 2020 mit 5,5 Prozent. 
Stellenweise war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Direkt-Mandaten. So in Marxloh, wo es lange Zeit schien, dass der SPD-Kandidat Dieter Stradmann sein Ratsmandat nicht verteidigen können würde. Am Ende waren 10 Stimmen das Zünglein an der Waage. Allerdings konnten auch viele langjährige SPD-Ratsmitglieder ihr Mandat verteidigen. Bitter hingegen wird es für die CDU: Hier verteidigte nur Wolfgang Schwerdtner sein Mandat. Zwei neue Direktmandate gibt es für die AFD. Bei den Grünen sind die Ratsmitglieder nur noch über Reserve-Listenplätze vertreten.
Was sich ändern wird …
SPD und CDU werden in Zukunft nicht mehr ausreichend Sitze haben, um die Große Koalition der letzten Jahre im Rat fortzusetzen. Sehr wahrscheinlich ist, dass es Rot-Schwarz-Grün werden wird. Denn damit wäre eine komfortable Mehrheit von 61 Sitzen gegeben. Möglich wäre auch eine Koalition mit der FDP. Verhandlungen im Rat werden in Zukunft deutlich schwieriger werden, denn die AfD kann bei Zweidrittelmehrheiten kritische Entscheidungen erschweren. Zudem hat die AfD mehr Redezeit und Einfluss und auch die Symbolpolitik wird zunehmen – man muss darauf gefasst sein, dass populistische Anträge zunehmen werden. Denn richtige Erfolge kann die AfD nicht vorweisen, für die konkreten Probleme der Duisburger hat sie keine Lösung. Allerdings hat die bisherige Politik der Brandmauer gegenüber der AfD funktioniert – auch, wenn einmal aus Versehen ein Antrag durchgewunken wurde. In den nächsten Jahren allerdings sollten sich alle Parteien fragen lassen, wie man konkret die Probleme angeht, die die Stadt derzeit hat: Der Strukturwandel muss aktiv gestaltet werden, die finanzielle Handlungsfähigkeit sichergestellt und Sicherheit und Bildung als Grundlagen einer lebenswerten Stadt stabilisiert werden.
Die Ergebnisse zur Kommunalwahl in Duisburg können Sie hier abrufen.



