Aidshilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. Preisträger des Akzeptanzpreises 2025
Der diesjährige Akzeptanzpreis “Brücke der Solidarität” wurde der Aidshilfe Duisburg verliehen. Die Laudatio beim Empfang im Kultur- und Stadthistorischem Museum hielt die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Bärbel Bas. Die Verleihung war Teil des “Queeren Kulturmonats”. Umrahmt wurde die Verleihung vom Chor “Vielhomonie Rhein Ruhr.”
Seit 2013 verleiht der Verein DUPride e.V. jährlich im Rahmen des CSD Duisburg den Akzeptanzpreis „Brücke der Solidarität“ an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise für die LGBTIQ*-Community einsetzt oder sie unterstützt. In diesem Jahr wurde die “Aidshilfe Duisburg / Kreis Wesel” für ihre jahrzehntelange Arbeit ausgezeichnet. Christian Karus, Vorsitzender des Vereins DUPride e.V., betonte, dass es besonders in dieser Zeit Mut brauche, um für die Rechte von queren Menschen einzustehen. “Die Brücke steht symbolisch für das, was uns eben gemeinsam ist, für Verbindung statt Spaltung, für Vertrauen statt Vorurteil. Die Brücke der Solidarität ist für uns daher mehr als nur ein Preis. Sie ist ein ganz klares Zeichen.”
Laudatorin Bärbel Bas, seit Jahrzehnten Mitglied der Aidshilfe, erinnerte in ihrer Laudatio an die 80ger Jahre. “Gegründet wurde der Verein inmitten einer Zeit, in der AIDS noch mit Angststigmatisierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung verbunden war. Alles andere als eine Selbstverständlichkeit damals: Dass Menschen sich zusammenschließen, um der Ausgrenzung etwas entgegen zu setzen.” Heute, so Bärbel Bas, widmet sich die Aidshilfe den aktuellen Problemen der Zeit. “Mit den Kampagnen zur sexuellen Gesundheit, den niederschwelligen Beratungsangeboten, den Schulprojekten und der aufsuchenden Arbeit ist die Aidshilfe für ein unverzichtbarer Bestandteil der lokalen Präventions- und Beratungslandschaft. Dabei belässt es die Aidshilfe aber nicht, sondern entwickelt ihre Arbeit und ihre Angebote stetig weiter, nah an den Lebensrealitäten ihrer Menschen solidarisch und engagiert.”
Weiterhin betonte Bärbel Bas: “Akzeptanz darf keine leere Worthülse sein. Akzeptanz ist ein grundlegender Bestandteil unserer offenen und vielfältigen Gesellschaft. Als Gesellschaft sind wir alle gefordert, jeder und jede Einzelne von uns, wenn die Diskriminierung, die Anfeindung, Angriffe auf queere Menschen zunehmen. Wenn queere Menschen wieder Angst haben müssen, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen und ihr Leben zu leben, dann sind wir alle gefordert. Wenn Desinformationen oder ganze Kampagnen dazu in den sozialen Medien wieder Zweifel säen, wo eigentlich längst Fakten klar waren, dann ist für mich auch klar: Aufklärung, Schutzräume und verlässliche Ansprechpersonen beiden unverzichtbar. Genau deshalb ist diese Verleihung des Duisburg-Akzeptanzpreises 2025 ein wirklich deutliches Zeichen.”
Peter Küpmann, der Vorsitzende der Aidshilfe, streifte in einer Dankesrede die aktuellen Entwicklungen in den USA. Durch die drastischen Sparmaßnahmen seien Hilfsprogramme für HIV-Infizierte in der lateinamerikanischen Welt und in Afrika in Gefahr. Weiterhin ging er auf die rechte Hetze gegen die LGBTQAI+-Community ein: “Wir erleben aktuell einen gesellschaftlichen Rollback, der schwer zu ertragen ist. Genau deshalb ist unsere Arbeit auch heute noch so wichtig. Wir machen Prävention. Wir sind da. Für Menschen, die sich nicht trauen, offen über ihre Sexualität zu sprechen. Wir stehen an der Seite der LGBTQ+-Community nicht nur als Verbündete, sondern als Teil dieser Community. Denn ihre Geschichte ist auch unsere Geschichte. Ohne die Kraft ihrer Aktivist*innen gäbe es keine Aidshilfe in dieser Form. Und umgekehrt – ohne die Aidshilfe gibt es weniger Schutzraum, weniger Sicherheit. Dass wir heute diesen Preis erhalten, sehen wir auch als ein Zeichen. Ein Zeichen der Anerkennung für 40 Jahre. Aber auch als Auftrag weiterzumachen, sichtbar zu sein und neue Wege zu geben.”





