Neues Programm, neuer Ort: Das Blockflötenensemble Pfeiffer-Stachelhaus in St. Ludger

Neuer Ort, neue Gegebenheiten, neues Programm: Spielte das Blockflötenensemble der Pädagogin Ulrike Pfeiffer-Stachelhaus bisher in St. Joseph und bereicherte das Platzhirschfestival schon in der Vergangenheit, war dieses Konzert ein Neubeginn. Zum Einen wurde für St. Ludger ein neues Programm erstellt und zum Anderen war es der erste Auftritt des Ensembles in der Kirche.
Schon der Beginn mit dem ruhigen American Traditional “The River” stimmte auf den versprochenen lyrischen Abend ein. Der Kanon floss durch die Weite des hallenden Kirchenraums. Ein gelungener Auftakt, der von zwei Satie-Bearbeitungen – Gnossienne I und III – für das Ensemble und Gitarre von Thorsten Töpp gefolgt wurde. Während die Bretonische Suite durch rhythmische Feinheiten beeindruckte, überraschte das Ensemble anschließend mit einer Suite aus dem “Phantom der Oper”. Sängerin Marie Borger schlüpfte in die Rolle von Christine und des Phantoms. Die tiefere Lage des Phantoms lag ihr allerdings nicht unbedingt, da gab es bisweilen einige intonatorische Schwierigkeiten.
Eine ungewöhnliche Herausforderung stellte sich Thorsten Töpp: Für das Ensemble komponierte er fünf “Küstenlieder”, die den Flair des Nordens für 5 Altblockflöten einfangen sollten. Winde und Wellen waren deutlich zu hören, der herbe Charme des Nordens kam im ersten Stück zum Tragen.
Der letzte Block des Konzertes bestand aus Klassikern und einem Folksong: Bachs Präludium XXII aus dem ersten Band des Wohltemperierten Klavieres kann man wohl durch eine Bearbeitung nicht wesentlich verschönern noch verschlechtern. Allerdings wäre es interessant gewesen die nachfolgende Fuge in dieser Blockflötenbearbeitung zu hören. Eine Zusammenstellung aus Vivaldis 4 Jahreszeiten folgte – allerdings verzichtete der Bearbeiter Rosenstengel auf verbindende Übergänge zwischen den bekannten Melodien aus dem Frühling und dem Sommer. So zerfasert das Ganze leider etwas.
“Sally Gardens” hatte das Manko, dass die Sängerin der Oberstimme zumindest im Anfang eine große Unsicherheit zeigte. Das änderte sich zwar ein wenig während des Stückes, allerdings auch nicht wesentlich. Dafür verabschiedete sich das Ensemble mit einem Kniff, den Haydn schon in seiner Abschiedssymfonie anwandte. Nach und nach verließen die Mitglieder das Podium, bis nur noch die Stimme von Marie Borger durch den Kirchenraum flog und John Dowlands “Now, oh now” zu Ende brachte.
Man merkte: Das Ensemble ist noch nicht so vertraut mit der St. Ludgeri Kirche. Zudem wäre eine andere Aufstellung sicherlich für das Zusammenspiel besser gewesen. Alles in allem aber: Ein sehr entspannter, lyrische Abend.




