Hoffnung und Licht im Schauinsland-Stadion: Weihnachtssingen 2024
Nach sechs Jahren Pause kehrte das beliebte Weihnachtssingen-Event zurück ins Schauinsland-Stadion. Mit 5.500 Karten war es das best besuchteste Ereignis bislang. Überschattet wurde das Event von dem Attentat in Magdeburg.
Mit einer Schweigeminute gedachten die Besucherinnen des Events ebenso wie die Künstlerinnen der Opfer von Magdeburg. „Heute sind wir traurig, aber wir werden nicht still bleiben. Wir werden extra laut unsere Weihnachtslieder singen. Sie handeln von der Hoffnung auf eine bessere Welt, friedlicher, freundlicher und heller,“ so der Präses des evangelischen Kirchenkreises Christoph Urban. Zusammen mit dem Stadtdechanten der Katholischen Kirche Andreas Brocke lud er dann ein das „Vater Unser“ gemeinsam zu beten. Passende Worte zur aktuellen Situation nach dem Attentat in Magdeburg fand Bärbel Bas: „Ich denke, das wühlt uns alle auf. Um so wichtiger ist es, dass wir heute hier zusammenkommen – einfach damit man darüber reden kann. Aber vor allen Dingen auch, um seine Gefühle verarbeiten zu können. Wir alle denken sicherlich noch die nächsten Tage an die vielen Menschen, die traumatisiert sind. Wir wissen nicht, welche Motive dahinter stecken, wie das alles ausgeht, aber umso wichtiger ist es, dass wir die Weihnachtszeit nutzen, mit unseren Liebsten zusammenzukommen und auch heute hier im Stadion, in unserem Wohnzimmer in Duisburg.“
Durch das Programm führten MSV-Stadionsprecher Stephan Leiwen sowie die Radiomoderatorin Jannine Köksalan-Kolecki. Ob eher besinnlich oder eher rockig-gospelig: Musikalisch war für fast jeden Geschmack etwas dabei. Ob es „Möchtest du einen Schneemann bauen“ war, vorgetragen von den Rheinhausener Musical-Kids; vor Aufregung trauten sich da die Solosängerinnen zu Beginn wohl nicht so ganz nah ans Mikrofon. „Let it snow“ und „Rudolph“ wurden schwungvoll jazzig vom Helmut Blötgen Orchester intoniert. Zwischendurch durfte auch immer wieder bei den Weihnachtsklassikern mitgesungen werden: „O Tannenbaum“, „Engel auf den Feldern singen“ und „Stille Nacht, Heilige Nacht“.
Wolfgang Trepper leitete mit seiner Interpretation der Weihnachtsgeschichte dann den Teil ein, der im Zeichen des MSV stand. Kaum wurden das „Duisburg Lied“ und „Wir sind Zebras“ von den Duisburger Legenden angestimmt, stimmten die Fans stehend mit voller Kehle ein. Die Duisburger Legenden hätte man wohl am Liebsten gar nicht mehr gehen lassen wollen.
Den letzten Programmblock leitete dann der New Lights Gospelchoir mit Gospels und Spirituals ein – „Go, tell it on the Mountain“, „Joy to the World“. Der Chor überraschte das Publikum dann mit „I will follow Him“ aus „Sister Act“, dem Hit „Happy“ von Pharell Williams sowie „Sing Halleluja“, bekanntgemacht in den 90gern von Doctor Alban. Zum Schluss erklang nochmal das Helmut Blödgen Orchester und verabschiedete die Besucher*innen mit „All I want for Christmas is you“. Wer nach der Zugabe – „Stille Nacht, Heilige Nacht“ – nicht in weihnachtlicher Stimmung war, dem konnte man dann wirklich nicht mehr helfen.



