Duisburg: Sprengung des zweiten Weißen Riesen in Hochheide verlief erfolgreich

Zahlreiche Schaulustige fanden sich heute in Hochheide ein, um den Fall eines weiteren weißen Riesen zu beobachten. Der zweite Weiße Riese auf der Ottostraße 24-30 wurde im Auftrag der Stadt Duisburg am heutigen Sonntag erfolgreich gesprengt. Um 12:10 Uhr erfolgte die Zündung der insgesamt 290 Kilogramm Sprengstoff durch Sprengmeister Martin Hopfe. Es kam zu einer Verzögerung, da sich einige Bewohner eines anliegenden Hochhauses, welches sich nicht in der Evakuierungszone befand, aufhielten.
Monatelang hat die Vorbereitung der Sprengung die Verwaltung und alle beteiligten Firmen in Atem gehalten, bevor heute Vormittag um 7.30 Uhr planmäßig mit den finalen Vorbereitungen sowie der Umsetzung der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen begonnen wurde.
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Oberbürgermeister Sören Link waren von der organisatorischen und logistischen Leistung der Einsatzkräfte beeindruckt. Beide hatten sich gemeinsam mit zahlreichen Medienvertretern auf einem Rundgang ein persönliches Bild von den erforderlichen Arbeiten gemacht.
„Abbruch heißt Aufbruch: Mit der Sprengung des zweiten Weißen Riesen ist ein weiterer Meilenstein in der Stadtgeschichte Duisburgs gesetzt worden. Das ist ein guter Schritt in die Zukunft, denn hier wird ein Stadtteil revitalisiert und somit der positiven Entwicklung Raum gegeben“, erklärt Ministerin Ina Scharrenbach.

Oberbürgermeister Sören Link: „Ich möchte mich bei allen Beteiligten für die professionelle Vorbereitung und Umsetzung bedanken. Auch wenn heute schon der zweite Riese gefallen ist: Es ist etwas Besonderes, eine solche Sprengung live zu verfolgen. Alle habe heute Großartiges geleistet. Für die Menschen in Hochheide ist dies ein wichtiges Signal für die Stabilisierung und die zukünftige Entwicklung des Stadtteils, die wir nun gemeinsam vorantreiben. “
Beigeordneter Martin Linne, verantwortlich für die Gesamtprojektleitung: “Es war für alle Beteiligten zweifellos eine besondere Herausforderung, die komplexen Planungen und Arbeiten Corona-Bedingungen umzusetzen. Umso mehr freut es mich, dass alles so reibungslos geklappt hat und die Sicherheitsmaßnahmen den erwünschten Erfolg gebracht haben. Mit der Sprengung des zweiten Weißen Riesen haben wir ein ebenso starkes wie wichtiges Signal für die Revitalisierung des Quartiers gesetzt und kommen der Umsetzung des Sanierungskonzeptes ein deutliches Stück näher.”
Ab 8 Uhr erfolgte zunächst die Kontrolle der Evakuierung durch das einsatzleitende Bürger- und Ordnungsamt. Diese verlief – nicht zuletzt auch dank der intensiven Kommunikation und Information im Vorfeld – planmäßig und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Zeitgleich griffen die Umleitungen im öffentlichen Verkehrsraum.
Die rund 240 Ordnungskräfte der Polizei, des Bürger- und Ordnungsamtes und eines beauftragten Sicherheitsdienstes sorgten für eine vollständige und zeitgerechte Umsetzung, so dass die Überprüfung der Evakuierung sowie die Sicherstellung der Absperrmaßnahmen gegen 9:10 Uhr erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Unterstützung erfolgte dabei zudem aus der Luft: Mit insgesamt sieben Drohnen wurde das gesamte Schauspiel dokumentiert.
Die durch die Feuerwehr Duisburg durchgeführten Maßnahmen zur Staubreduktion infolge der Sprengung brachten den erhofften Erfolg, auch wenn – wie angekündigt und erwartet – eine vollständige Niederschlagung der Stäube nicht möglich war.
Die Sprengstelle wurde durch die Projektverantwortlichen direkt nach der Sprengung geprüft. Hierbei konnte festgestellt werden, dass die Sprengung planmäßig lief und die Gebäudeteile wie im Vorfeld konzipiert einstürzten. Um 13:45 Uhr wurde über ein Sirenensignal Entwarnung gegeben.
Zum Hintergrund
Mit dem vom Rat der Stadt Duisburg beschlossenen Integrierten Handlungskonzept für das Sanierungsgebiet Hochheide soll der Stadtteil stabilisiert und zukunftsfähig aufgestellt werden. Hochhäuser mit einem hohen Anteil leerstehender, perspektivisch nicht mehr vermarktbarer Wohnungen werden vom Wohnungsmarkt genommen und abgerissen.
Die Sanierungsmaßnahme Duisburg-Homberg-Hochheide ist darauf angelegt, den Ortsteil zukunftsfähig auszurichten und die Wohn- und Lebensqualität im Ortsteil Hochheide umfassend und zielgerichtet zu verbessern. Sie soll dazu beitragen, die bauliche Struktur nach den sozialen und wirtschaftlichen Erfordernissen zu entwickeln, die Siedlungsstruktur entsprechend den Erfordernissen des Umweltschutzes und den Anforderungen an gesunde Lebensbedingungen anzupassen und den vorhandenen Ortsteil zu erhalten und fortzuentwickeln.
80 Prozent der Projektkosten werden vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ finanziert.
Zahlen – Daten – Fakten
Der Weiße Riesen in Zahlen:
- Baujahr: 1972
– 320 Wohnungen
– 23 oberirdische Geschosse
– Länge: 90 m, Breite: 18 m, Höhe: 63 m
– Volumen: 110.000 m³
– Brutto-Geschossfläche: ca. 35.200 m²
Sprengung
830 Bohrlöcher
500 kg Sprengstoff
50.000 t Schutt
Anzahl Mitarbeiter vor Ort
Bürger- und Ordnungsamt: ca. 200
Polizei: 40
Feuerwehr: 20
Freiwillige Feuerwehr: 180
Hilfsorganisationen: 100
Insgesamt mussten heute 24 Fahrzeuge abgeschleppt werden.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, bei den Nachbarn, bei den Ordnungskräften, bei den vielen Helfern, bei der Firma Prangenberg & Zaum GmbH, der Stadtverwaltung Duisburg, und der rebuild.ing GmbH

Eine Fotostrecke ist unter folgenden Link abrufbar:
Sprengung Weißer Riese Duisburg 05.09.2021 | xtranews Fotos



