Ein paar Rechte, viele Anständige: #KaLi1101
Die Partei “Die Rechte” hatte für den heutigen 11.01.2020 eine Kundgebung in Kamp-Lintfort angemeldet, auf der sie sich gegen den regierenden Bürgermeister Christoph Landscheidt engagieren wollte.
Vorausgegangen war, dass der Bürgermeister von Kamp-Lintfort derzeit versucht, einen Waffenschein zu bekommen. Dem wiederum vorausgegangen ist, dass es seit der Europa-Wahl 2019 starke Anfeindungen und Drohungen gegen ihn gibt – zumeist aus dem politisch rechten Spektrum.
Die Partei “Die Rechte” wollte dies nun zum Anlass nehmen, Christoph Landscheidt weiter unter Druck zu setzen. Das allerdings ist eher zu einem Bumerang geworden. Denn obwohl es mit dem Ortsteil Hoerstgen in Kamp-Lintfort wohl eine eigene “Nazi-Hochburg” gibt, konnten die Rechten keine 20 Personen zu ihrer angemeldeten Kundgebung locken. Zuschauer gab es, nämlich Fotografen und Filmteams. Aber keine Anwohner oder Anwohnerinnen.
Sprach man die Anwohnerinnen und Anwohner an, drückten diese zumeist aus, dass sie das Auftreten der Rechten störte. Insbesondere die laut abgespielte Musik, aber auch die Reden, die wohl weniger durch fein-geistige Argumente, als mehr durch krude Logik auffielen. So lobte sich die Rechte beispielsweise dafür, so viele Menschen auf der Gegenseite motiviert zu haben, sich mit den “skandalösen” Vorgängen in Kamp-Lintfort zu beschäftigen.
Der DGB, die Parteien der Stadt und des Kreises Wesel und zahlreiche andere hatten derweil zu einem bunten Gegenprotest aufgerufen, zu dem unserer Schätzung nach 800 bis 1.000 Personen angereist waren.
Angesprochen auf die Situation in Kamp-Lintfort wurde tatsächlich auch Kritik an Verwaltung und Politik geäußert. Während Lokalpolitiker wie Jürgen Preuß die Gemeinschaft beschworen und Seite an Seite mit Sabine Weiß, MdB der CDU auf der Rednertribüne standen, wurde im Publikum darüber diskutiert, wie sich in Kamp-Lintfort überhaupt eine rechte Szene festigen konnte und ob Politik nicht viel zu lange nicht genau genug hingesehen hat.
Die Kundgebung der Rechten war recht schnell vorbei und sie wurden unter lautem Pfeifen und Rufen “vom Platz gejagt”. Geschützt dabei von einer betont stark präsenten, aber stets zurückhaltend agierenden Polizei.
Auf beiden Demonstrationen konnten keine Ausschreitungen oder Grenzüberschreitungen festgestellt werden.
Nachtrag:
Das ZDF schätzt ca 3.000 Demonstranten
Die Gegenveranstaltung in #KampLintfort gegen „Die Rechte“, ein breites überparteiliches Bündnis inkl. Kirchen und Gewerkschaften; ca. 3000 Teilnehmer. @ZDFheute pic.twitter.com/g6oFHsSMtd
— ZDF-Landesstudio Nordrhein-Westfalen (@ZDFnrw) January 11, 2020




