
Nachdem die Ausstellung bereits im PAN Museum Emmerich und im Willibrordi-Dom zu Wesel zu sehen war, gastiert sie nun in der Evangelischen Kirche Obermeiderich – insgesamt zum dritten Mal in einem Kirchenraum, wie Gastgeberin Sarah Süselbeck bei der Vernissage am Sonntagabend betonte. Ein selbstverständlicher Ort sei das keineswegs. Viel zu lange habe die Kirche auch transidente Menschen ausgegrenzt – eine Verfehlung, die die EKD-Synode erst vor knapp einem Jahr öffentlich eingestand und sich zugleich gegen die gesellschaftliche Diskriminierung von Transidenten aussprach. Die Ausstellung, so Süselbeck, solle Vorurteile abbauen und Gespräche in Gang bringen. Die Schau ist Teil der Duisburger Akzente, die in diesem Jahr unter dem Motto „Begegnungen – was uns trennt, was uns verbindet” stehen. Flankiert wird sie von den “Queeren Wochen”, einem Rahmenprogramm mit Gottesdiensten, einem Filmabend und einem Konzert, das die Gemeinde Obermeiderich rund um die Ausstellung organisiert hat.
Zur Eröffnung selbst hielt sich Georg Pieron kurz: ein paar Minuten, knapp und auf den Punkt. Mehr Raum nahm sich Elke Spörkel – und nutzte ihn. Anschaulich und mit Nachdruck erzählte sie von ihrem Leben: davon, dass sie schon als Junge das Gefühl hatte, eigentlich ein Mädchen zu sein; davon, wie das Outing nicht selbstbestimmt verlief, sondern über den Tratsch der Gemeinde – „der Pfarrer läuft in Frauenkleidern herum”. Doch sie beschränkte sich nicht auf die persönliche Ebene, sondern schlug die Brücke zu den politischen Angriffen auf transidente Menschen in den USA und Großbritannien. Gerade deshalb sei es wichtig, Präsenz zu zeigen. Miteinander zu reden. Sich zu begegnen.
Bezirksbürgermeister Eren Yantaki rundete den Abend ab. Kunst und Kultur müssten für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich sein, betonte er – und zeigte sich sichtlich erfreut darüber, dass die Duisburger Akzente in diesem Jahr auch im Duisburger Norden ein Standbein gefunden hätten. Die Ausstellung stehe zudem für ein Meiderich, das keinen Platz für rechte Hetze und Agitation biete. Es sei gerade die Vielfalt, die das Gesicht des Stadtteils ausmache.
Für die fulminante musikalische Gestaltung des Abends sorgte Marius Furche.
Die Ausstellung ist bis zum 22. März 2026 zu sehen, zu den regulären Veranstaltungs- und Öffnungszeiten von Kirche und Gemeindezentrum. Zusätzlich öffnet die Kirche am 2. und 9. März von 17 bis 20 Uhr sowie am 17. März von 15 bis 18 Uhr. Am 18. März findet um 16 Uhr eine Führung speziell für Frauen statt. Der Eintritt ist frei.
Die Queeren Wochen umfassen ein vielfältiges Rahmenprogramm: Am 8. März wird um 11 Uhr ein Themengottesdienst zur Ausstellung gefeiert, am 14. März um 17 Uhr ein Jugendgottesdienst unter dem Motto „kreuz und queer”, gestaltet vom Jugendreferat. Am 16. März ist um 18 Uhr der Dokumentarfilm „Fürchte dich nicht – die Geschichte einer transidenten Pfarrerin” zu sehen, gefolgt von einem Podiumsgespräch mit Pfarrerin Elke Spörkel. Den Abschluss bildet am 22. März um 18 Uhr ein Konzert des Singer-Songwriters Nicolai Burchartz, der Lieder aus einem Workshop vorstellt.