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Rot Weiß Oberhausen vs. MSV Duisburg: Zebras zerfleischen sich selbst 

9.727 Zuschauer kamen am Freitagabend ins Stadion Niederrhein, um ein Fußballfest zu sehen. Das legendäre Derby zwischen den Kleeblättern und den Zebras war in den 90er und Anfang 2000er ein echter Derbyschlager, denn beide Teams waren etablierte Größen im Profifußball. Am Ende des Freitages wurde die Niederrhein-Pokal-Partie ein Fest für Gastgeber Rot Weiß Oberhausen (2:1) .

Die Infrastruktur des Stadion Niederrheins sorgte für ein Flair voller Nostalgie. Bratwurst gab es vom Grill und auf dem Stadionvorplatz konnten die Fans Dialog in herrlicher Atmosphäre führen. Voller Erwartung gingen die Zebras in das Derby, denn in den letzten Jahren gab es im Niederrhein-Pokal etliche Blamagen für den MSV Duisburg. Beispiele sind das Ausscheiden gegen den Wuppertaler SV und dem SV Straelen. Der Pokalwettbewerb ist die Möglichkeit, neben einer erfolgreichen Platzierung in der 3. Liga die Qualifikation für den DFB-Pokal zu erhalten. Die klammen Kassen der Zebras hätten also einen langen Verbleib im Wettbewerb begrüßt.

Niemand ist größer als der Verein – Ein Banner der RWO-Fans in Richtung Vereinsführung- und Vereinskultur Foto: XN

Für den MSV Duisburg war das Spiel in Oberhausen eine echte Blamage, denn der Klassenunterschied war zwar zu erkennen, jedoch gab das Team von RWO-Coach Mike Terranova überraschend den Takt an. Die Gastgeber konnten über weite Strecken der Partie das Spiel gestalten und mehr Impulse in Puncto Offensivarbeit setzen. Es fiel aber auch auf, dass die Mannschaft von RWO geschlossen als Team agierte und Widerstand leistete, während beim MSV Duisburg echte Typen auf dem Platz fehlten.

Der Schlusspunkt des Abends war geprägt von hässlichen Szenen. Die Ausprägungen des Abends werden für den weiteren Verlauf der Saison weitreichende Konsequenzen haben. Das Verhältnis zwischen Fans, Sponsoren, Vereinsführung und Mannschaft bleibt gespalten und angespannt. Vereinspräsident Ingo Wald wollte nach dem Spiel in den Innenraum, um zwischen Verein und Fans zu vermitteln. Da Herr Wald aber keinen Ausweis bei sich trug und die Ordner ihn nicht erkannten wurde ihm der Zutritt in den Innenraum verwehrt. Im Umfeld der Partie musste die Polizei mehrfach tätig werden um gewaltbereite Personen zu beruhigen. Dies geht aus einer Pressemeldung der Polizei Oberhausen heraus. Im Rahmen des Derbys wurden vier Strafanzeigen wegen massiver Gewaltauseinandersetzung in die Wege geleitet. Zu Strafen für den Verein kommt es aufgrund von Pyrozündung aus dem MSV-Block.

Ohne Drive wirken die Verantwortlichen Ingo Wald, Robert Philipps und Udo Steinke. Ebenfalls völlig niedergeschlagen wirkte MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt. Viele Zuschauer/in stellen sich die Frage: Möchte die Vereinsführung weiterhin zusehen wie der MSV Duisburg gegen die „Wand“ fährt, oder agieren und reagieren? Der Laste-Minute-Klassenerhalt der letzten Saison sollte Warnschuss genug gewesen sein.

MSV Präsident Ingo Wald kam nicht in den Innenraum des Stadions – Der Zutritt wurde ihm verwehrt

Motiviert und engagiert wirkt MSV-Trainer Thorsten Ziegner, denn er brannte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel und beschäftigte sich öffentlich mit Lösungsansätzen, die er intern umsetzen möchte. Die nächsten Tage, Wochen und Monate werden in Duisburg mal wieder spannend.

Anmerkung Dustin Paczulla:

„Ein paar Idioten haben es nicht verstanden, dass Kinder und Jugendliche im Stadion ebenfalls vor Ort sind, um Spaß und Freude am Fußball zu haben. Es kann nicht sein, dass Sanitäranlagen zerstört werden, Gegenstände auf den Platz fliegen und unbeteiligte Menschen verletzt werden. Wut und Emotionen gehören im Sport dazu. Jeder Fan der sein hart verdientes Geld in den Verein investiert hat das Recht dazu seine Meinung, Freude bei Erfolg, Wut bei Misserfolg deutlich zu artikulieren. Allerdings in einem Rahmen der für alle Beteiligten tragbar, respektvoll und akzeptabel ist. Am gestrigen Abend haben einige Chaoten das Image des Vereins massiv geschädigt.“

Das Schema

RWO: Davari – Winter (81. Petritt), Wentzel, Klaß, Fassnacht – Ngyombo, Öztürk – Lunga (72. Donkor), Mickels (90. Skolik), Heinz (72. Dorow) – Kreyer (67. März).

MTV:  Müller – Bitter (86. Stierlin), Senger, Fleckstein (53. Frey), Mogultay – Kölle (Hettwer), Bakalorz, Michelbrink (67. Pusch)– Ajani – Bouhaddouz, Ekene (67. König).

Schiedsrichter: Christian Bandurski.

Tore: 1:0 Winter (49.), 2:0 Ngyombo (), 2:1 Bouhaddouz ()

Gelbe Karten: Ajani (28.), Bakalorz (63.), Mickels (85.)

Gelb Rote Karten: Ajani (47,)

Zuschauer: 9.727

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