
Die diesjährigen Preisträger, der Verein Jungs e.V gemeinsam mit dem Jugendzentrum Zitrone aus Obermarxloh, gründeten das Projekt „junge Muslime in Ausschwitz“, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, Rassismus und Antisemitismus durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Shoa zu bekämpfen.
Im Rahmen der Preisverleihung im Jüdischen Gemeindezentrum Duisburg, nahm Burak Yilmaz, stellvertretend für den Verein „Jungs e.V.“ und dem Jugendzentrum Zitrone aus Obermarxloh, den Preis aus der Hand von Carina Gödecke, der Vizepräsidentin des nordrhein-westfälischen Landtags, entgegen.
Der 27. Januar ist in der Bundesrepublik seit 1996 “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus”. Er ist als Jahrestag ist auf den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz–Birkenau durch die Rote Armee bezogen. An diesem Tag wird in Duisburg deshalb auch traditionell der Preis für Toleranz und Zivilcourage in der Jüdischen Gemeinde verliehen.
„Es ist uns trotz der andauernden Baustelle in der Gemeinde, ein besonderes Anliegen, dass der Preis in unseren Räumlichkeiten verleihen wird“, eröffnete Geschäftsführer Alexander Drehmann, vor ca. 200 geladenen Gästen, die heutige Veranstaltung.
Das Projekt „Junge Muslime in Auschwitz“ hat aufgrund der immer wieder aufkommenden Anfeindungen junger Muslime gegenüber Juden in Deutschland ein „aktuelles Programm mit Vorbildcharakter.“ Das Projekt erfülle in besonderer Weise alle Voraussetzungen, die an die Preisträger gerichtet sind. Es gehe sprichwörtlich über Grenzen und „reißt Mauern ein“, so Gödecke in ihrer Rede.
„Vertreter verschiedener Bereiche des öffentlichen Lebens haben über die Verleihung des Preises entschieden. Sie waren sich schnell einig, dass “Jungs e.V.” ein Zeichen für eine vielfältige und weltoffene Stadt setzt. Wir brauchen gute Beispiele wie dieses, sie tragen maßgeblich zu einem von gegenseitigem Respekt getragenen Zusammenleben in unserer Stadt bei“, lobte auch die Duisburger DGB-Geschäftsführerin Angelika Wagner.
Anfangs befassten sich die jungen Männer mit der Zeit des Nazi-Regimes und dem von Deutschland betriebenen Massenmord an sechs Millionen Juden. Darauf aufbauend wurden die Hintergründe des Nahost-Konflikts thematisiert. Dabei ging es weder darum, die Politik der israelischen Regierung zu glorifizieren noch darum die Standpunkte der Palästinenser zu verdammen: „Es geht um Einordnung, um die Bereitschaft, ums Nachdenken“, berichten Teilnehmer. Es gehe auch darum, niemals zu vergessen und aus der Geschichte zu lernen.