
Darüber hinaus sei es wichtig, jedes Land in Nordafrika in seiner Individualität zu sehen, betonte Polenz. Die Frage nach einem Dominoeffekt sei irreführend, es gebe keine gleiche Mechanik im Revolutionsprozess von Ländern wie Ägypten, Libyen oder dem Jemen, da sich die einzelnen arabischen Länder stark voneinander unterscheiden würden.
Auch gestand Polenz ein, dass Deutschland sich lange Zeit vor eine falsche Alternative gestellt habe. Durch die internationale Zusammenarbeit mit autoritären Regimen wollte man vor aufkommendem Islamismus schützen, ohne zu bemerken, dass diese Art der Kooperation eher als Brutkasten für Islamisten dienen würde, die sich mitsamt politischer Intentionsapelle in geschützte Räume zurückziehen konnten.
Dass Deutschland sich im Bezug auf Libyen mit Russland und China der Stimme bei der UN enthalten hat, wurde von Polenz kritisch beurteilt. So habe man nicht an der Seite der Bündnispartner gestanden, erläuterte CDU Mann weiter.
Wie es weiter geht in Nordafrika war die anfangs gestellte Frage. Polenz warf hier den Blick zum derzeit wohl heissesten Pulverfass, Bahrain. Hier unterdrückt ein sunnitisches Königshaus eine schiitische Mehrheit.