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Hömma Hafen! 100 Jahre duisport – Ausstellung in der Cubus-Kunsthalle

Duisburg feiert seinen Hafen mit einer Ausstellung in der Cubus-Kunsthalle. Gezeigt werden Arbeiten von 28 Künstlerinnen und Künstlern, ergänzt durch historische Fotografien aus Archiven sowie Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern und von Schülerinnen und Schülern unter anderem des Landfermann‑Gymnasiums und des Abtei‑Gymnasiums.

Jubiläen und Geburtstage werden in der Regel von Zahlen geprägt. Bei dem Geburtstag des Duisburger Hafens könnte man eine ganze Menge von Zahlenkolonnen auffahren, Umschlagsmengen nennen und mit Logistik-Superlativen garnieren. Das wäre sicherlich auch sehr informativ, würde aber der Bedeutung des Hafens nur teilweise gerecht. Denn der Duisburger Hafen ist weitaus mehr als nur Container, Umschlagplatz von Waren oder der zentrale europäische Endpunkt der Neuen Chinesischen Seidenstrasse. Wie Doktor Claudia Schäfer, Leiterin der Cubus-Kunsthalle, dies auch in ihrer Einführung herausstellte: “Ein Hafen besteht nicht nur aus Wasser, Stahl und Beton. Er besteht vor allem aus Menschen; aus Menschen, die hier gearbeitet haben. Ein Ort voller Hoffnungen, Erinnerungen und Geschichten. Genau diese Geschichten interessieren die Kunst. Denn Kunst schaut anders hin. Sie fragt nach Atmosphäre nach Identität, nach Erinnerung nach dem, was Orte für Menschen bedeuten.” Daher nimmt die Ausstellung zum Jubiläum der Duisburger Hafen AG einen Ort in den Blick, der seit Jahrhunderten das Gesicht der Stadt prägt: nicht als Postkartenmotiv, sondern als tägliche Erfahrung von Arbeit, Wandel und Aufbruch.

Eigentlich erzählt dieses Jubiläum zwei Geschichten. Da ist zum einen die Duisburger Hafen AG, gegründet 1926, Symbol des modernen Duisports. Und da ist zum anderen die ältere, vielschichtige Geschichte eines Hafens, dessen Wurzeln weit über 300 Jahre zurückreichen. Diese Geschichten werden mit den Augen der Kunst betrachtet. Edeltraud Klabuhn, erste Bürgermeisterin Duisburgs, würdigte genau diesen Zugang in ihrem Grußwort: “Der Duisburger Hafen trägt das Leben und die Menschen in unserer Stadt. Dies gilt auch für die Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten ab heute in der Ausstellung zu sehen sind. Sie alle haben ihren eigenen Blick, haben sich vom Hafen inspirieren lassen, sich ihm auf ihre Weise genähert. Sie laden Betrachter und Betrachterinnen mit ihren Werken ein, sich mit neuen Perspektiven und Aspekten zu beschäftigen. Die Faszination des Duisburger Hafens hat viele Facetten und hier in dieser Ausstellung sind neue, bekannte, überraschende und außergewöhnliche Sichtweisen gleichermaßen zu betrachten und gut zu entdecken.”

Rund 28 Künstlerinnen und Künstler haben sich auf dieses Thema eingelassen, dazu kommen historische Fotografien aus Archiven sowie Arbeiten von Bürgerinnen, Bürgern und Schülerinnen und Schülern. Es ist eine vielstimmige Hommage: Farbfotografien aus den 1970er‑Jahren, die den Hafen in kräftigen Tönen und rauer Anmutung zeigen. In Kombination gesetzt zu aktuellen Serien zu Landmarken wie der Rheinorange, die inzwischen selbst Teil der städtischen Erzählung und des Wandels im Hafen geworden ist. Schließlich verstellt eine neugebaute Halle die frühere Sichtweise auf die Landmarke. Daneben richten andere Arbeiten den Blick aufs Detail. Kleinformatige Fotographien richten den Blick auf die scheinbaren Nebensächlichkeiten. Collagen aus alten Postkarten verbinden die Ansicht von früheren Hafenbrücken mit der Gegenwart. Auch einen Blick in die Zukunft wagt die Ausstellung: Der Duisburger Hafen als klimaneutrale Zone des Wirtschaftens. Textile Arbeiten, Lampen aus Fundstücken, digitale Visualisierungen des Pegelstands – das Ensemble, das hier zusammenkommt, ist ebenso heterogen wie der Hafen selbst. Das alles verbindende Motto: “Moving The Next 100”. Nicht nur der Rhein und Ruhr sind ständig im Fluss, auch der Hafen wandelt sich. Erfand und erfindet sich immer wieder neu. Dieser Wandel wird in der Ausstellung nicht nur an den technischen Geräten sichtbar. Auch der Lebenort Hafen, der soziale Raum, ist im Fluss.

Ein immerwiederkehrendes Motiv, ob an der Oberfläche oder eher versteckt: Der Hafen als Ort des Austauschs. Ein Austausch, der in der Cubus-Kunsthalle weitergeht. Die Ausstellung lädt zum Verweilen und zum Entdecken ein. Jenseits von Hafenromantik in den nächsten Tagen das Porträt eines Ortes ohne den Duisburg heute nicht das ist, was es ist. Dabei sind die Sichtweise und Perspektiven der Künstler*innen nichts Abschließendes. Ein Fazit findet nicht statt. Es ist eher ein Zwischenstand. Wie der Wasserpegel des Rheins, der in der Ausstellung digital gespiegelt wird. Zu sehen vom 12.07. bis 30.08. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 14:00 bis 18:00 Uhr.

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