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Duisburg: Sprengtermin für das dritte Hochhaus steht fest – “Weißer Riese” fällt im Juli 2025

Archivfoto von der Sprengung aus September 2021

Archivfoto von der Sprengung aus September 2021

Die nachhaltige Entwicklung des Stadtteils Duisburg-Hochheide erreicht in  diesem Sommer einen weiteren Meilenstein: Am Sonntag, 27. Juli 2025, plant  die Stadt Duisburg die Sprengung des dritten sogenannten Weißen Riesen.  Nachdem 2019 das erste Hochhaus und 2021 das zweite im Wohnpark  Hochheide abgerissen worden sind, soll jetzt der vorerst letzte Wohnturm  gesprengt werden. Bei dem Hochhaus handelt es sich um einen „kleinen“  Weißen Riesen. Die letzten Bewohnerinnen und Bewohner dieses  Hochhauses sind im Juli 2020 ausgezogen. 

„Mit der Sprengung des dritten Weißen Riesen machen wir für Hochheide  einen weiteren wichtigen Schritt nach vorne: Wo Beton lange dominiert hat,  entsteht nun ein grüner Stadtpark“, sagt Sören Link, Oberbürgermeister der  Stadt Duisburg. „Ich freue mich sehr, wenn wir mit dem Abriss ein großes  Etappenziel zur Aufwertung des Quartiers geschafft haben und für alle  sichtbar zeigen können: Duisburg gestaltet seine Zukunft – nachhaltig,  lebenswert und gemeinsam mit den Menschen, die hier zu Hause sind.“ 

Im vergangenen Jahr hat die Stadtverwaltung die Duisburger  Infrastrukturgesellschaft mbH (DIG) mit der Leitung des Projekts beauftragt.  Es erfolgte ein umfassendes und europaweites Vergabeverfahren. Ende  2024 erhielt schließlich das deutsch-österreichische Unternehmen Porr  Becker Abbruchtechnik GmbH den Zuschlag für den Abriss des Hochhauses.  Die tatsächliche Sprengung übernimmt die Thüringer Spreng GmbH, die  bereits bei den vorangegangenen beiden Sprengungen der Weißen Riesen  beteiligt war. Im Dienst der Stadt steht zudem die rebuild.ing GmbH, die für  die beiden ersten Sprengungen die Generalplanung erbrachte. 

Der „kleine“ Weiße Riese ist gleich dem zuletzt gesprengten Hochhaus rund  63 Meter hoch und ungefähr 17 Meter breit, jedoch nur zweizügig und somit  nur etwa 45 Meter lang. Die Platzverhältnisse infolge nachbarschaftlicher  Bebauung sind auch diesmal der Grund, um die komplexe, aber erprobte  „Kipp-Kollaps-Faltung“ bei der Sprengung einzusetzen. Dabei werden zwei  Sprengebenen mit gegenläufigen Fallrichtungen zeitversetzt gezündet,  sodass sich das Gebäude im Kippen in seiner Höhe reduziert und somit  weniger Fläche für das sogenannte Fallbett benötigt wird. Auf diese Weise  werden unter anderem auch die Auswirkungen – etwa durch Erschütterungen  beim Einsturz – weniger spürbar sein. 

Seit Dezember 2024 laufen umfangreiche Vorbereitungen: Die Entkernung  des Gebäudes sowie die schadstofftechnische Sanierung sind in vollem  Gange. Wegen der Bausubstanz aus den 1970ern sind auch bei diesem  Weißen Riesen umfassende Maßnahmen notwendig, um Asbest und  polychlorierten Biphenylen (PCB) sowie sonstige Schadstoffe zu entfernen.  Erst nach Abschluss dieser Arbeiten kann die finale Sprengung erfolgen. Die  asbesthaltigen Fassaden sind bereits weitestgehend demontiert. Die  Entfernung der Schadstoffe im Innenbereich ist zu rund einem Drittel  abgeschlossen. Zum Hochhausabriss gehört auch der Teilabbruch der  angrenzenden Tiefgarage, was bereits geschehen ist. 

Die Sprengung wird mit größter Sorgfalt und unter strengen  Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt. Sie wird in enger Abstimmung mit  den zuständigen Behörden und den Anwohnerinnen und Anwohnern geplant.  Mit der Festlegung des Sprengtermins beginnt auch die Organisation aller

Maßnahmen, um die Sicherheit und Ordnung vor Ort rund um die Sprengung  zu gewährleisten. Dazu gehören zum Beispiel die Festlegung der  Evakuierungs- und Sperrzonen sowie Schutzmaßnahmen gegen Staub.  Dabei profitieren die Planerinnen und Planer von den Erfahrungen aus den  beiden bereits erfolgreich durchgeführten Sprengungen. 

Zum Hintergrund: 

Mit dem vom Rat der Stadt Duisburg beschlossenen „Integrierten  Handlungskonzept“ für das Sanierungsgebiet Hochheide soll der Stadtteil  stabilisiert und zukunftsfähig aufgestellt werden. Dazu gehört, dass  Hochhäuser mit einem hohen Anteil leerstehender, perspektivisch nicht mehr  vermarktbarer Wohnungen vom Wohnungsmarkt genommen und abgerissen  werden. 

Die Sanierungsmaßnahme in Duisburg-Hochheide hat das Ziel, die  Lebensqualität der Menschen vor Ort spürbar zu verbessern. Dabei geht es  darum, die Gebäude und Infrastruktur so weiterzuentwickeln, dass sie den  sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnissen der Bewohnerinnen und  Bewohner entsprechen. Gleichzeitig wird die Siedlungsstruktur an  Umweltstandards und gesunde Lebensbedingungen angepasst. 80 Prozent  der Projektkosten werden vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des  Förderprogramms „Soziale Stadt“ finanziert. 

Weiterführende Links zur Stadtteilentwicklung finden Sie unter: https://www.duisburg.de/microsites/pbv/planen_bauen/integriertes handlungskonzept-hochheide/integriertes-handlungskonzept-hochheide.php 

Der Wohnpark Hochheide mit seinem Ensemble aus sechs  Wohnhochhäusern ist in den Jahren von 1969 bis 1974 auf einem  Teilgelände der Bergarbeitersiedlung Rheinpreußen entstanden. Von den  ehemals sechs Gebäuden werden nach der aktuellen Sprengung im Sommer  2025 dann noch drei stehen. Die übrigen Hochhäuser und deren Wohnungen  befinden sich in Privatbesitz und sind in Teilen durch eine vielfältige  Eigentümerschaft geprägt. 

Der für die Sprengung vorgesehene Weiße Riese in Zahlen: 

– Baujahr: 1972 

– 160 Wohnungen 

– 22 oberirdische Geschosse, 2 unterirdische Geschosse 

– Länge: 45 m, Breite: 17 m, Höhe: 63 m 

– Volumen: 53.500 m³ 

– Brutto-Geschossfläche: ca. 17.300 m² 

Mehr Infos unter: https://www.duisburg.de/sprengung 

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