Es ist zehn Uhr auf dem AWO-Ingenhammshof in Meiderich. Über 20 Fahrräder stehen nebeneinander gereiht und zur Ausfahrt bereit. An dem einen oder anderen sind noch ein paar Handgriffe zu tun. Luft aufpumpen, Sattel einstellen. Dafür, dass alles fachgerecht erfolgt, sorgen drei der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Fahrradwerkstatt, die die AWO-Integration in Kooperation mit dem ADFC auf dem Bauspielplatz in Neumühl betreibt. Das Projekt erfuhr im vergangenen Jahr die Unterstützung durch das Landesprogramm zur Förderung der Integration von Flüchtlingen „Komm-An NRW”. So handelt es sich bei den Fachleuten auch um drei Geflüchtete, die nunmehr seit über einem Jahr sich umfassendes Wissen und sehr gute Deutschkenntnisse angeeignet haben. Entsprechend ist auch der Großteil der Fahrräder durch ihre Hände gegangen und sie sind nunmehr bestens für eine Radtour in den Duisburger Westen zum Körnerplatz präpariert. Dorthin führt der Weg alle geflüchteten Menschen in Duisburg, die aufgrund einer sogenannten guten Bleibeperspektive dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und beim Jobcenter leistungsberechtigt sind. Denn seit Jahresbeginn hat das hiesige Jobcenter seine Kompetenzen dort gebündelt, um Geflüchteten einen besseren Service bieten zu können. Was es für die fast 4000 Geflüchteten im Duisburger Norden bedeutet, kann ermessen, wer schon einmal den Weg mit dem öffentlichen Nahverkehr zu bewältigen hatte.
Eine gute Stunde benötigt man als Ortskundiger an reiner Fahrtzeit. Ist man fremd in der Stadt und verfügt nicht über die notwendigen Sprachkenntnisse wird dieser lange Weg durchaus zur Herausforderung. Lang ist der Weg der Geflüchteten auch in unsere Gesellschaft. Die AWO-Integration ist mit ihren Fachdiensten in Duisburg einer der wichtigen Unterstützer, damit der Weg zu einer erfolgreichen Integration führt. Aus dem Wissen um die schwieriger Konstellation entsprang die Idee, Geflüchtete bei dem langen Weg zur ihrer Integration ganz praktisch zu unterstützen und sie auf dem Weg zum Integration Point vom Duisburger Norden aus zu begleiten.
Mit diesen Informationen und Wissen über die Arbeit des Integration Point startete die Rückfahrt zum Ingenhammshof. Der Tourenleiter Herr Klaus Weibezahn konnte bei der Ankunft feststellen: „Die Fahrradtour ist gelungen. Alle sind gut angekommen und haben die Strecke von über 30 Kilometern gut bewältigt. Die Teilnehmer haben gelernt in der Gruppe zu fahren. Duisburg eignet sich gut dafür, um sich mit dem Fahrrad fortzubewegen. Das wurde den Teilnehmern gezeigt und sie konnten ein Stück von der Stadt kennenlernen.“
Frau Senay Gerlach als Projektleiterin der Integrationsagenturen ergänzte: „Wir wollten die Menschen über die Arbeit des Integration Point informieren und ihnen alternative Möglichkeiten aufzeigen, wie sie dorthin gelangen und sich in der Stadt bewegen können.“ Im Gehen fragten die Tourteilnehmer schon nach dem nächsten Ziel. Auf ihrem langen Weg zur Integration werden sie noch viele Etappen zurücklegen müssen.