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Volles Haus um jeden Preis – Frust bei MSV-Fans

haltermann In den vergangenen Tagen bereitete der MSV Duisburg vielen Fans Ärger und Frust.
Am 01.März 2011 um 20:30 Uhr soll das Halbfinale im DFB-Pokal zwischen dem MSV Duisburg und dem FC Energie Cottbus stattfinden.
Hierfür räumte der MSV Duisburg seinen Mitgliedern und den Dauerkartenbesitzern ein Vorkaufsrecht vom 01.02.2011 bis einschließlich 13.02.2011 ein.
Doch bevor es zu diesem Verkauf kam, bewarb der Verein noch einmal nachdrücklich den Dauerkartenerwerb.

„Der MSV Duisburg bietet weiterhin Dauerkarten für die Rückrunde 2010/11 an. Und wer jetzt zugreift, kann sich damit noch sein Vorkaufsrecht für Tickets im DFB-Pokal sichern. Auch wer sich jetzt noch eine Dauerkarte sichert, kann von den Vorteilen profitieren. Dazu gehört natürlich auch das Vorkaufsrecht für das Halbfinal-Heimspiel des MSV im DFB-Pokal gegen den FC Energie Cottbus“,  hieß es auf der Website des MSV Duisburg.

Nicht abgerufene Karten sollten dann ab dem 14.02.2011 in den freien Verkauf übergehen.
Doch bereits am 07.02.2011 waren inoffiziell keine Karten mehr verfügbar.
Erst am 11.02.2011 wurde bekannt gegeben, das das Kontingent ausgeschöpft sei.
Dauerkarten-Inhaber und Clubmitglieder konnten unbegrenzt zugreifen. So Mancher ging mit bis zu 30 Karten in der Tasche vom Schalter weg.
Anzumerken sei auch, das Säuglinge beim MSV Duisburg eine 6-jährige kostenlose Mitgliedschaft erhalten. Auch dort ließen es sich die Eltern nicht nehmen ordentlich in dem Karten-Pool zuzugreifen.
Eine betroffene Dauerkarten-Inhaberin gab in einem Gespräch mit der Redaktion bekannt, das der Verein ihr 5 Karten reserviert hatte, da ihre Familie im Besitz von 5 Dauerkarten sei. Einen Tag später bei Abholung hatte man ihr nur noch 3 der 5 reservierten Karten aushändigen können, da jemand in der Geschäftsstelle sich das Recht heraus genommen hatte die anderen beiden Karten anderswertig zu verkaufen.

Vorwürfe gegen eine solch unorganisierte und ungerechte Verkaufsregelung wies Pressesprecher Martin Haltermann vehement von sich ab. Er ließ gegenüber der WAZ verlauten:

„Egal, wie man es macht: Wenn die Nachfrage höher ist als das Angebot, wird es immer Enttäuschte geben.“

Durch den Wegfall des freien Verkaufes habe man zudem das Vorhaben vieler Schwarzmarkthändler durchkreuzt, sich mit Karten einzudecken.
Eine weitere Aussage von Haltermann:

„Jetzt kommen nur Freunde und Fans des MSV“, ließ die Gemüter noch weiter hochkochen.
Doch dann, am Tag darauf wurde bei Facebook folgendes von Pressesprecher Martin Haltermann veröffentlicht: 

„Zur Richtigstellung: Die heute veröffentlichte Information in der WAZ, das Halbfinale sei ausverkauft, ist unrichtig und vom MSV auch der Zeitung im Gespräch am Tag zuvor als falsch kommuniziert worden. Auch alle anderweitig genannten Zahlen sind reine Spekulation. Wir haben allen Medien offen kommuniziert, dass eine Zahl und damit einhergehend ein möglicher „freier“ Verkauf nach Abrechnung des VVK’s erst am Sonntagmittag verkündbar ist.“

Haben sich die Kollegen der WAZ tatsächlich diese Aussagen und das Interview mit Martin Haltermann nur ausgedacht?

Am Montag dann die bittere Nachricht.
Nur noch 1000 Karten konnten in den freien Verkauf übergehen.
Um 10 Uhr startete der Verkauf. Binnen 16 Minuten waren auch diese vergriffen. Die Ironie bei dem Verkauf: Pro Person gingen maximal zwei Karten in den Besitz über.

Knapp 500 Karten aus dem Erwerbskontingent der Gästetickets gingen zur Enttäuschung der MSV-Anhänger aus Sicherheitsgründen nicht in den Verkauf über.
Zu Recht wird von den Fans der Vorverkaufsmodus kritisiert. Denn es traf genau das ein, was der Verein nicht wollte, dennoch unbewusst mit unterstützt hat.
Der Schwarzmarkthandel mit diesen Pokalspiel-Karten bei Ebay läuft nicht schlecht.
Dort werden schon seit Tagen Karten zu überhöhten Preisen gehandelt.
Der Preis für zwei Stehplatzkarten lag bereits bei 150 Euro, Sitzplatzkarten bei bis zu 300 Euro.

„Wir konnten den Schwarzmarkt mit unserem Verkaufsmodus stark einschränken“, so Martin Haltermann in einem weiteren Interview.

Ganz im Gegenteil.
Der MSV Duisburg hat dies mit dem unkontrollierten Ticketverkauf begünstigt. Täglich werden neue Tickets zum Verkauf bei Ebay eingestellt.
Der MSV Duisburg hat verlauten lassen, das man gegen die Schwarzmarkthändler vorgehen will.
Laut Aussage des MSV Duisburg, darf Ebay die Namen der Verkäufer nicht bekannt geben.

Doch auch hier ließ Pressesprecher Martin Haltermann verlauten:
„Wir werden auch versuchen, selbst Karten zu ersteigern, um so an die Schwarzhändler heran zu kommen.“

Konsequenzen hieraus sollen sein, dass diese „Schwarzmarkthändler“ ihre künftigen Vorkaufsrechte verlieren. Doch wer will auch dies nachhalten? Wäre es für den Verein nicht ein Leichtes gewesen in den eigenen Datenbanken nachzuhalten, wer sich mit zahlreichen Karten eingedeckt hat?
Eine Strafanzeige gegen Unbekannt würde auch eine Datenherausgabe bei Ebay erzielen.

Doch in Wahrheit hat der Verein selbst hat kein Interesse daran die „schwarzen Schafe“ ausfindig zu machen und zu belangen. Denn welcher Verein will schon gegen eigene Mitglieder vorgehen? Potentielle Geldgeber will niemand vor den Kopf stoßen, da ja allgemein bekannt ist, dass der MSV Duisburg finanziell nicht auf Rosen gebettet ist.
Denn der Verein hat sein Ziel erreicht. Das Stadion ist zum ersten Mal nach langer Zeit komplett ausverkauft und die Kasse stimmt.
Was zählt denn da der ein oder andere frustrierte Fan? Auch die werden sich mit der Zeit beruhigen und dann kehrt wieder der Alltag ein.

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